Von Träumen und dem Glück


Auch der Arme träumt hienieden,
er sei elend und leibeigen.
Träumet, wer beginnt zu steigen;
träumet, wer da sorgt und rennt;
träumet, wer von Haß entbrennt;
kurz, auf diesem Erdenballe
träumen, was sie leben, alle,
ob es keiner gleich erkennt.
So auch träumt mir jetzt, ich sei
hier gefangen und gebunden
und einst träumte mir von Stunden,
da ich glücklich war und frei.
Was ist Leben? Raserei!
Was ist Leben? Hohler Schaum,
ein Gedicht, ein Schatten kaum!
Wenig kann das Glück uns geben;
denn ein Traum ist alles Leben,
und die Träume selbst ein Traum.

Auszug: von calderon de la barca